Mit den Hofbewohnern aus Isenbüttel Auf Schalke

Das der Fußballclub Schalke 04 ein besonderer Verein ist, ist ja bekannt. Weniger bekannt ist, dass sich der Fußballclub und seine Fans und Verbände auch stark Sozial engagieren. So hat der Schalker Fanclub Verband, in dem über 1300 Schalke Fanclubs organisiert sind, erstmalig am 02.03.2019 einen Schalke Tag Sozial veranstaltet.

An diesem Tag  können behinderte Menschen mit Begleitern  einen Schalke Tag erleben, der eine Arena Führung, Besuch im Schalker Clubheim mit Essen und Getränke, Karten für das Fußballspiel gegen Düsseldorf, sowie ein Erinnerungswimpel  beinhaltet. Außerdem wird auch noch die Hälfte der Anreisekosten übernommen.

Das war natürlich für den Sozial engagierten  Schalke Fanclub Königsblaue Niedersachsen e.V. aus Calberlah  eine willkommene Gelegenheit, die Bewohner vom heilpädagogischen Bauernhof aus Isenbüttel zu diesem Event einzuladen.

„Wir unternehmen häufiger mal was mit den Hofbewohnern und es macht uns alle immer einen Riesenspaß“, sagte der 1. Vorsitzende Norbert Beith vom Schalke Fanclub. „Außerdem übernehmen wir alle anderen Kosten, die nicht gedeckt sind für die Hofbewohner aus unserer Sozialkasse“, gab der Clubchef bekannt. Roland Bursian, der Leiter des Hofes fand das auch eine tolle Idee, obwohl er selbst Borussia Dortmund Fan ist. „Eine Klasse Aktion von Schalke und von den Königsblauen Niedersachsen, die wir natürlich sehr gerne annehmen“, kommentierte R. Bursian die Einladung.

So wurde das Paket geschnürt und  9 Hofbewohner und 7  Mitglieder des Fanclubs trafen sich am Samstag um 09:04 Uhr vor der Arena in Gelsenkirchen. Nach der herzlichen Begrüßung wurden die Hofbewohner erst mal mit Fanclubschals ausgestattet, so wie sich das für echte Schalke Fans gehört. Dann wurde die tolle Veltins Arena von außen bestaunt und die 1000 Freunde Mauer begutachtet.  2 Mitarbeiter vom Schalker Fanclubverband begrüßte die ganze Gruppe und erklärten schon mal ein paar wesentlich Dinge, bevor „Lord Helmchen“ die Arena Führung übernahm. Im typischen „Ruhrpottslang“  erklärte er der aufmerksamen Gruppe  das 2001 erbaute,  modernste Stadion Europas mit einem Fassungsvermögen von 62.271 Plätzen. Über  1 Stunde  lang ging es quer durch die Arena mit Besichtigung der technischen Höhepunkte wie Rasenwanne, Cabrio-Dach oder der große Videowürfel.  Dazu die Hospitality-Bereiche, Presseraum und die Stadionkapelle. Vom Oberrang und im Innenraum konnte dann die Dimensionen aus zwei völlig verschiedenen Perspektiven erlebt werden. Natürlich war der Innerraum auf den Trainerbänken der Höhepunkt der Führung. Hier hat sich jeder als Trainer gefühlt und konnte miterleben was für ein tolles Gefühl  das ist. Zum Schluss ging es dann noch in das Schalke Museum, wo sich alle über die traditionsreiche Geschichte des Traditionsclubs informieren konnten.

Nach so viel Besichtigung war Dringend eine Stärkung angesagt! Also ging es in das Clubheim des Fanclubverbandes wo es ein Essen und Freigetränke gab. Zufällig spielte in der benachbarten Halle auch noch die Traditionself von Schalke 04 gegen Düsseldorf. Die Schalke Legenden  Olaf Thon und Rüdiger Abramczik kamen dann zur Halbzeit auf einen kurzen Plausch und Fotos rüber.

Nach ausreichender Stärkung ging es dann vor der Arena noch zum Fanpark. Hier wartet schon der Schalke Mitarbeiter Marten Raabe auf die ganze Gruppe. Die Hofbewohner wurden ganz groß angekündigt und bekamen  auf der Bühne tolle Erinnerungsgeschenke. Nach ein paar Runden Speed Schießen ging es dann endlich ins Stadion. Alle waren schon ganz aufgeregt wie die Atmosphäre sein wird. Nach einer Stärkung mit Essen und Trinken begaben sich dann alle auf ihre Plätze im Oberrang.

Schon vor dem Spiel war eine tolle Stimmung mit Schalke Liedern, die das ganze Stadion und natürlich auch die Hofbewohner  mitsangen. Da wurden Schals und Fahnen geschwenkt. Das Spiel selbst verlief dann leider nicht so, wie sich das alle Schalker vorgestellt haben. Die Schalker Knappen verloren 0:4 und dementsprechend war dann natürlich auch die Stimmung im Stadion. Aber das trübte die Stimmung nach dem tollen Tag bei allen Beteiligten nur wenig, schließlich war das Spiel das Einzige worauf keiner einen Einfluss hatte.

Nach dem Spiel gingen alle noch gemeinsam zu ihren Bussen, wo man sich herzlich umarmte und verabschiedete.

Ein toller gemeinsamer Tag mit den Hofbewohnern Auf Schalke, der alle sicher ewig in Erinnerung bleibt. Jetzt wird ein Film aus den ganzen Fotos und Videos gemacht, um dann gemeinsam nochmal dieses schöne Erlebnis zu genießen.

Traumhaftes Wetter für eine traumhafte Veranstaltung…..

Was für ein Willkommen: 120 Knappen aus dem Fanclub-Bezirk sechs standen in Calberlah für ihr Schalke-Idol Olaf Thon Spalier.
Was für ein Willkommen: 120 Knappen aus dem Fanclub-Bezirk sechs standen in Calberlah für ihr Schalke-Idol Olaf Thon Spalier. Quelle: Ron Niebuhr

Calberlah

Für den Fanclub Königsblaue Niedersachsen – Hauptsache Schalke war der Besuch von Olaf Thon eine absolute Premiere. Und auch für die Schalker Fanclub-Landschaft insgesamt war es ein Novum: „Das hat es noch nie gegeben, dass ein offizieller Repräsentant des Vereins zu einem Spielerempfang kommt“, sagte Norbert Beith, Chef der Königsblauen.

Thon als Ersatz für Max Meyer

Eigentlich sollte ja Mittelfeldspieler Max Meyer in den Bezirk sechs – und damit nach Calberlah – kommen. „Er ist aber inzwischen suspendiert worden“, sagte Beith. Nach Rücksprache mit Schalke habe man davon abgesehen, Meyer zu empfangen. „Wir möchten die ganzen Querelen um ihn nicht noch weiter anheizen“, erklärte Beith. Daher schickte Schalke einen Ersatzmann, dessen Karriere auf dem Rasen zwar schon lange beendet ist, dessen Herz aber gewiss noch im Rhythmus von „Blau und Weiß, wie lieb’ ich dich“ schlägt: Olaf Thon.

Diskussion über Situation des Clubs

120 Schalke-Fans aus 19 Clubs bescherten ihm ein blau-weißes Willkommen allererster Güte. Vorm Terra Nostra standen sie Spalier für ihr Idol, drinnen diskutierten sie leidenschaftlich über die Lage des Clubs. Schalke versäume es, sein eigentlich riesiges Potenzial voll auszuschöpfen, räumte Thon ein. Anders die Fanclubs: „Ihr seid ganz weit vorn, ihr lebt für den Verein. Da muss die Mannschaft noch nachziehen“, erklärte er. Mit Platz zwei und der Vize-Meisterschaft zum Saisonende sei das immerhin schon ein Stück weit gelungen. Die für den Ehrengast geplante VIP-Tour durch Calberlah entfiel allerdings aus zeitlichen Gründen.

Von Ron Niebuhr, Quelle AZ 08.05.2018